"Bessere Gesundheitsversorgung entsteht durch gut ausgebildete Menschen und wissenschaftlichen Fortschritt"
Prof. Dr. Bernhard Zwißler, Direktor der Klinik für Anaesthesiologie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München, ist neues Mitglied im Kuratorium der B. Braun-Stiftung. Herzlich Willkommen!
Herr Prof. Zwißler, was hat Sie dazu bewogen, dem Kuratorium der B. Braun-Stiftung beizutreten?
Bessere Gesundheitsversorgung entsteht durch gut ausgebildete Menschen, wissenschaftlichen Fortschritt und die möglichst rasche und effiziente Übertragung neuer Erkenntnisse in die Praxis. Das ist eine wesentliche Grundidee der B. Braun-Stiftung, die ich auf dem Boden langjähriger Erfahrung als Wissenschaftler und Arzt teile und daher gerne auch aktiv und nachhaltig unterstützen möchte. Die vielfältigen Qualifizierungs- und Forschungsförderungsprogramme der Stiftung im Bereich des Gesundheitswesens bieten hierfür eine hervorragende Basis.
Welche Themen und Ziele liegen Ihnen bei der Förderung von Wissenschaft, Forschung und medizinischem Nachwuchs besonders am Herzen?
Eine Weiterentwicklung im Gesundheitswesen wird nur durch das Zusammenwirken unterschiedlicher Programme und Förderformate gelingen. Wesentliche Bestandteile hierbei sind aus meiner Sicht:
• Stipendien für Aus-, Fort- und Weiterbildung
• Forschungsförderung, insbesondere für klinisch relevante Projekte
• Förderung von Veranstaltungen und fachlichem Austausch
• Leadership- und Nachwuchsprogramme für zukünftige Führungskräfte
• Aufbau von Netzwerken und Alumni-Strukturen
Wichtig und wünschenswert bei der Ausgestaltung ist dabei m.E. insbesondere ein interprofessioneller und interdisziplinärer Ansatz der jeweiligen Programme, d.h. die Einbeziehung verschiedener Professionen und Fachdisziplinen im Gesundheitswesen.
Welche Bedeutung hat die Arbeit von Stiftungen aus Ihrer Sicht für die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens?
Stiftungen haben eine enorm wichtige Bedeutung für die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens, weil sie dort ansetzen können, wo staatliche oder wirtschaftliche Akteure nur begrenzte Möglichkeiten haben. Stiftungen fungieren als Impulsgeber und Innovationsförderer. Sie können neue Lösungen erproben, Forschung vorantreiben und gesellschaftlich wichtige Gesundheitsprojekte – vergleichsweise rasch und unbürokratisch - finanzieren. Erfolgreiche Ansätze können anschließend in die reguläre Gesundheitsversorgung übernommen werden.
Prof. Dr. med. Bernhard Zwißler ist Direktor der Klinik für Anästhesiologie am Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) Klinikum München. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen unter anderem in der Intensivmedizin, der perioperativen Risikobewertung sowie der Notfallmedizin. Neben seiner langjährigen universitären Tätigkeit engagiert er sich in zahlreichen nationalen Fachgremien und wissenschaftlichen Gesellschaften. Von 2017 bis 2018 war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), deren Generalsekretär er seit 2020 ist. Für seine Leistungen in Forschung, Lehre und medizinischer Selbstverwaltung wurde er vielfach ausgezeichnet.