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Unsere Presseinformationen auf einen Blick

07.12.2016

Gemeinsam lernen: Im Oktoberseminar der Expertise in Leadership-Programmreihe für Ärzte stand die interprofessionelle Zusammenarbeit im Mittelpunkt

Führungskräfte im Krankenhaus können die komplexen Aufgaben nur gemeinsam lösen. Die B. Braun-Stiftung bot dazu eine interprofessionelle Fortbildung für Ärzte und Pflegende in Leitungsfunktionen an.

Führungskräfte aus Management, Medizin und Pflege können die komplexen Aufgaben im Krankenhaus nur gemeinsam lösen. Dazu gehört die Fähigkeit, in multiprofessionellen Teams Projekte erfolgreich umzusetzen. Die B. Braun-Stiftung widmet deshalb ein Seminar ihres Fortbildungsprogrammes „Expertise in Leadership“ (EIL) für Ärzte der Kommunikation. Im Oktober hat dazu im diesjährigen EIL-Jahrgang eine interprofessionelle Fortbildung für Ärzte und Pflegende in Leitungsfunktionen stattgefunden. An dem Seminarwochenende nahmen neben den 32 Ärzten auch 15 Pflegende teil, die im letzen Jahr die Expertise in Leadership für Pflegende absolviert hatten. Gemeinsam bearbeiteten die Teilnehmer Fragestellungen, wie z. B. interdisziplinäre Visiten, Informationsaustausch als Teamaufgabe, Prozessoptimierung des Bettenmanagements.

Studien zeigen, dass gemeinsame Bildungsangebote die Fähigkeit zur interprofessionellen Kommunikation signifikant verbessern. „Gemeinsames Lernen sollte möglichst schon in der Ausbildung beginnen, fest im Curriculum verankert sein und im Krankenhaus fortgesetzt werden“, erklärt Professor Oliver Schnell, Mitglied des Vorstandes des B.Braun-Stiftung. Wichtig für die Effizienz sei die Kommunikation auf Augenhöhe.

Pflegende und Ärzte sind selbst oftmals unzufrieden über die Art des Austausches. Der Picker Report 2014 zeigt: 32 Prozent der Ärzte und 55 Prozent der Pflegefachkräfte bemängeln die Kommunikation zwischen den Berufsgruppen. So erleben mehr als ein Viertel (27 %) der Pflegekräfte und über ein Drittel (37 %) der Ärzte die Übergabe als ineffizient und unstrukturiert. Ein Drittel der Pflegekräfte (33 %) fühlt sich nicht rechtzeitig über Aufnahmen, Entlassungen oder Verlegungen informiert. Dabei wird davon ausgegangen, dass es effektiver ist, wenn eine gemeinsame klinische Erfahrung geteilt wird, wie bei einer Simulationsübung, als wenn die Professionen nur „Seite bei Seite“ sitzen. „Beide Berufsgruppen sind unterschiedlich in Bezug auf Kommunikationsstile ausgebildet und haben dadurch einen unterschiedlichen Sprachstil entwickelt. „Das könnte ein Grund für die Kommunikationsdefizite sein“, erklärt Brigitte Teigeler, Diplompflegewirtin und Chefredakteurin der Pflegezeitschrift „Die Schwester/Der Pfleger“.

Die EIL- Fortbildungsreihe vermittelt an den insgesamt sechs Seminarwochenenden die Arbeitsweise und Haltung der unterschiedlichen Berufsgruppen im Krankenhaus, wie z. B. Einkauf, Controlling oder Human Resources. Sie ermöglicht einen Blick auch in andere Berufszweige. So erfuhren die Teilnehmer in der Dinner-Speech von Oliver Herweg (Roland Berger Consultants), wie sehr Teammanagement den Erfolg in einer Regatta bestimmt und wie Teambildung funktioniert.

Die Initiative Expertise in Leadership Ärzte richtet sich an Mediziner, die bereits eine Führungsposition inne haben und im Krankenhaus weiter Karriere machen wollen. Sie vertieft nicht nur Managementkompetenzen, sondern unterstützt bei der Entwicklung einer eigenen Führungspersönlichkeit. Die Seminarreihe läuft von März bis November 2016 und besteht aus sechs Wochenendseminaren. Hochkarätige Referenten aus der Gesundheitswirtschaft leiten die Seminarblöcke zu Kommunikations-, Prozess-, Qualitäts- und Personalmanagement. Am Ende müssen die Teilnehmer für ein fiktiven Krankenhausverbund ein Projekt ausarbeiten und dem Stadtrat präsentieren. Die Medizinische Fakultät der Universität Münster und das Universitätsklinikum Münster haben das Curriculum für die Seminarreihe entwickelt und zertifiziert.