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Unsere Presseinformationen auf einen Blick

02.05.2016

Geschlechterverhältnis in der Medizin: Bringt die Generation Y mehr Frauen in leitende Positionen?

Auch auf dem deutschen Chirurgiekongress ein Thema: Ärztinnen in der Chirurgie.

Geschlechterverhältnis in der Medizin - Bringt die Generation Y mehr Frauen in leitende Positionen? Auch wenn die Anzahl von Frauen in medizinischen Führungspositionen in den vergangenen Jahren zugenommen hat, sind Frauen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen in Chefetagen noch immer unterrepräsentiert. In einer Pressemitteilung der Deutschen Geschellschaft für Chirurgie (DGCH) äußert sich die erste Präsidentin der DGCH zur Genderthematik. Sie führt diesen Umbruch auf die veränderten Work-Life-Balance-Vorstellungen der Generation Y zurück. 

Etwa zwei Drittel der Medizinstudenten sind weiblich. Doch während die Frauen ihr Studium meist in der Regelstudienzeit und mit guten Noten abschließen, häufig auch promovieren, trifft man sie bei Habilitationsverfahren und als Chefärztin oder Klinikdirektorin deutlich seltener an als Männer. „Wie in der Industrie kann man hier von einer gläsernen Decke sprechen“, stellt DGCH-Präsidentin Gabriele Schackert fest. Trotzdem finden sich heute im klinischen Alltag mehr und mehr Frauen in führenden Oberarztpositionen und auch zunehmend bei Berufungsverfahren für Professuren an der Spitze. Schackert betont: „Genau wie ihre männlichen Kollegen verdienen es Frauen, bei gleicher Qualifikation aufzusteigen – und das, ohne sich für Karriere oder Familie entscheiden zu müssen.“
 
Einen positiven Schub erwartet die DGCH-Präsidentin vom veränderten Karrierebewusstsein der nachwachsenden Generationen. „Nicht nur Frauen möchten heute nach der Entbindung zu Hause bleiben, sondern auch immer mehr Männer beanspruchen ihr Recht auf Elternzeit“, berichtet Schackert. Das schaffe vergleichbare Voraussetzungen, Halbtagsstellen seien bei beiden Geschlechtern keine Ausnahme mehr. Die Generation Y habe mit ihrem Anspruch auf eine ausgewogene Work-Life-Balance wie selten zuvor ein Umdenken in der Gesellschaft bewirkt, betont die Neurochirurgin.
 
„Es gehört heute zur Normalität, dass beide Elternteile arbeiten gehen und Karriere machen können, aber auch, dass sich beide Auszeiten für die Familie nehmen“, weiß Schackert aus Erfahrung als Direktorin der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum Dresden. Die klassischen Geschlechterrollen gehörten spätestens mit dieser Generation der Vergangenheit an. „Die Frauen stehen heute genauso ihren ‚Mann‘ wie die Männer selbst“, betont Schackert. 
 
Trotzdem wäre es bei entsprechender Qualifikation wünschenswert, wenn sich deutlich mehr Frauen für eine Karriere in der Medizin entscheiden würden. Gerade in der Chirurgie arbeiten bislang zu wenige Frauen in leitenden Positionen. „Obwohl es ein enorm faszinierender Beruf ist, ist er auch sehr anstrengend und aufreibend. Das muss man wollen“, so die Präsidentin der DGCH. Auch viele Männer sehen aufgrund der großen Belastung mittlerweile von einer leitenden Position in der Chirurgie ab. „Wir werden sehen, was die Zukunft bringt“, so Schackert. „Doch eines ist klar: Auch in der Chirurgie brauchen wir gute Frauen, die sich der Verantwortung stellen.“

 

Weiterführende Literatur und einen Artikel von Prof. Dr. med. Mario Perl, Murnau, über die Generation Y mit aktuellen Studienergebnissen und ihre Ziele finden Sie in hier.
 
Pressestelle Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH)
Kerstin Ullrich
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-641
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E-Mail: ullrich@medizinkommunikation.org
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